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Das Knie: Leid und Freud

Der 73-jährige Herr mit den weißen Haaren war recht mühsam seinem Mercedes entstiegen, über den Gehweg gekommen und hatte auch die paar Stufen vor der Eingangstür überwunden. Es ist nicht ganz einfach, diesen Gang zu beschreiben: Jeder Schritt wird durch ein Kreisen des Beines, ein Schwingen des Oberkörpers, ein ruckhaftes Ziehen am Geländer erkämpft. Einen Stock will er natürlich nicht benutzen. Oben angekommen, sich verschnaufend, blickt er sich um, dann uns ins Gesicht. Es liegt viel lippische Skepsis in diesem musternden Blick: Also, Homööpathen hab ich mir eigentlich anders vorgestellt.

Der Herr mit den weißen Haaren hat es, so sagt er, mit den Gelenken: vor einem dreiviertel Jahr wurde das Knie operiert, vor einem halben Jahr ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt. Der kreisende Gang resultiert aus einer Schonhaltung, mit der er schon seit Jahren herumläuft. Mit der Hüfte ist soweit alles in Ordnung. Es ist das leidige Knie, das ihn zu uns führt.

Gelenkprobleme sind sehr häufig. Und natürlich auch sehr häufig in unserer Praxis. Meist sind es Arhtrose der großen Gelenke, Hüfte und Knie, oder degenerative Veränderungen der Wirbelsäule – ausgetrocknete Bandscheiben, verkrümmte, zahnige Wirbelkörper. Auch die Wirbelsäule besteht ja aus Gelenken, durch die die einzelnen Wirbel miteinander von unten nach oben verbunden sind. Merkwürdigerweise unternehmen die Betroffenen immer erst dann etwas, wenn die Gelenkschädigung schon weit fortgeschritten ist. Auch der Herr mit den weißen Haaren war erst jahrelang durch die Gegend gehumpelt, bevor er sich einem Orthopäden vorstellte. Inzwischen waren die Operationen an Hüfte und Knie unvermeidlich geworden.

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Ein Kniegelenk ist sehr stabil, es muss viel tragen, ist komplex aufgebaut – und soll ein Leben lang halten.

Dabei ist es nicht selten, dass ein operiertes Knie auch weiterhin schmerzt. Anfangs fällt das nicht weiter auf, da man es dem Heilungsprozess zuschreibt. Wenn jedoch nach Wochen und Monaten keine Besserung erfolgt, werden die Betroffenen meist etwas unruhig. Der Chirurg erklärt, mit dem Knie sei alles in Ordnung, man habe den ausgefransten Gelenkknorpel erfolgreich geglättet, die Wunde sei gut verheilt, es bestehe kein Grund zur Beschwerde. Der Orthopäde drückt sicherheitshalber eine Portion Kortison ins Gelenk, und damit man ihn nicht für hartherzig hält, schreibt er auch gleich zwei Packungen Voltaren auf: einmal als Salbe und einmal zum Einnehmen. Doppelt hält besser! Damit geht es dann zwei bis drei Wochen, und schließlich ist alles wieder beim Alten.

Die Naturheilkunde verfügt über ein großes Repertoire an Maßnahmen gegen den Gelenkschmerz, es reicht von Pflanzenheilkunde und Homöopathie über Akupunktur (besonders effektiv: Ohrakupunktur), manuellen Verfahren zur Beseitigung von Gelenkblockaden bis zu Reiztherapien, die für eine vermehrte Durchblutung im Gelenk sorgen. Eine ganz wichtige Rolle bei der Therapie schmerzender Gelenke spielt in unserem Naturheilzentrum die von uns selbst in aus jahrelanger Erfahrung weiterentwickelte innovative Neuraltherapie: Klassische Injektionen an den schmerzenden Strukturen werden mit Akupunkt-Injektionen, der Behandlung von Tender- und Triggerpunkten, der Injektion an Reflexzonen verknüpft. Dabei verwenden wir unterschiedlichste Injektionspräparate, die jeweils der Situation und den Beschwerden des Patienten angepasst sind, also auch spezifische Homöopathika, Neuraltherapeutika und Spezialpräparate für besondere Aufgabenstellungen.

Wenn der Gelenkknorpel noch zu einem großen Teil erhalten ist, können Injektionen mit Zellpräparaten (Zellkuren) sogar noch zu einer Regeneration von Knorpelzellen führen. Sehr interessant ist auch die Therapie mit Schlangengiften, keine Angst, sie sind im Labor so stark verändert worden, dass kein Gift mehr enthalten ist. Eine sinnvolle Gelenktherapie besteht immer aus einer Kombination verschiedener Verfahren, die sich an der individuellen Konstitution und dem besonderen Beschwerdemuster des Patienten orientiert. Sie erfordert wirkliche Erfahrung, naturheilkundliches Gespür und eine ausgearbeitete Behandlungsstrategie. Das heißt, sie erfordert Zeit, und man bekommt sie nicht von der Stange, sondern nur von echten, professionellen Naturheilkundlern.

Der Fall des Herrn mit den weißen Haaren ist verhältnismäßig unkompliziert. Da das Gelenk an sich ja chirurgisch saniert ist, genügen ein paar Injektionsbehandlungen, verbunden mit der Einnahme naturheilkundlicher Medikamente, um nach ein paar Wochen bleibende Schmerzfreiheit herzustellen. Inzwischen kommt er übrigens nur noch, wenn es wieder mal irgendwo zwickt. Und er kommt gerne.